PDRN und Lachs-DNA: Serum oder Injektion? Rejuran & Co. erklärt

Ihre ärztliche Ansprechpartnerin
Dieser Artikel stammt von der Hautschimmer Redaktion. Für eine persönliche ärztliche Einordnung Ihrer Fragen ist Saskia Heer Ihre Ansprechpartnerin.
Saskia Heer ist approbierte Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Charité — Universitätsmedizin Berlin. Sie bildet sich regelmäßig in Injektionstechniken, Anatomie und Komplikationsmanagement fort.
Mitglied der Ärztekammer Brandenburg und Bayern
Auf Seren steht „PDRN“, in sozialen Netzwerken heißt es „Lachs-DNA“, aus Korea kennen viele den Namen Rejuran. Gemeint ist ein ähnliches Prinzip, aber nicht dasselbe Produkt. Und ob Sie eine Ampulle auftragen oder sich spritzen lassen, macht einen größeren Unterschied, als die Werbung vermuten lässt.
Die kurze Antwort
PDRN und Polynukleotide (PN) sind gereinigte DNA-Bruchstücke aus den Keimzellen von Lachs oder Forelle. PDRN besteht aus kürzeren, PN aus längeren Ketten. Zum Spritzen werden in der EU vor allem PN-Präparate verwendet; sie sind in der Regel Medizinprodukte der höchsten Risikoklasse. Cremes und Seren mit PDRN sind Kosmetik. Dass ihre großen Moleküle durch die intakte Hautbarriere bis in die Tiefe gelangen, in die eine Injektion zielt, ist nicht belegt. Die Studien zu Injektionen sind vielversprechend, aber klein, kurz und oft herstellernah. Bei einer Fischallergie kommen Lachs-DNA-Injektionen nicht infrage.
Was ist PDRN – und was sind Polynukleotide?
Beide sind Ketten aus DNA-Bausteinen. Der Unterschied liegt in der Länge: PDRN (Polydesoxyribonukleotid) besteht aus kürzeren Ketten, Polynukleotide aus längeren (Review: Comparison of Polynucleotide and Polydeoxyribonucleotide in Dermatology). Weil die Begriffe in Fachartikeln und Werbung durcheinandergehen, schlägt eine Übersichtsarbeit von 2025 eine feste Grenze vor: unter 1.500 Kilodalton Molekülgewicht PDRN, darüber PN. Verbindlich ist diese Grenze nicht, und mehrere Autorinnen und Autoren arbeiten für Hersteller solcher Produkte (Review: From PDRNs to PNs).
Auch das Wirkprinzip wird unterschiedlich beschrieben (Review: Kim 2025):
PDRN stammt ursprünglich aus der Wundbehandlung: In Italien wurde 1994 das erste PDRN-Arzneimittel zugelassen (Review: Marques et al. 2025). In Korea ist PDRN als Arzneimittel zugelassen, PN dagegen als Medizinprodukt (Review: Kim 2025).
Warum „Lachs-DNA“?
Die DNA stammt aus den Keimzellen und Keimdrüsen männlicher Fische – daher auch Suchbegriffe wie „Polynukleotide Lachssperma“. Verwendet werden vor allem Keta-Lachs und Regenbogenforelle. Spermien eignen sich, weil sich aus ihnen sehr reine DNA mit wenig Resten von Eiweiß oder Fett gewinnen lässt (Review: Marques et al. 2025).
„Lachs-DNA“ ist also eine Vereinfachung. Die Polynukleotide des italienischen Herstellers Mastelli werden aus Forellen gewonnen (Konsensuspapier: PN-HPT in der ästhetischen Medizin), Rejuran nach Herstellerangabe aus wildem Keta-Lachs (VIVACY: REJURAN). Umgekehrt stammt nicht jedes „PDRN“ in Kosmetik vom Fisch: Es gibt auch Varianten aus Pflanzen, Algen oder Bakterien (Review: Kim 2025; Fallserie: Phyto-PDRN-Serum).
Creme, Serum, Ampulle: was sie leisten können
PDRN steckt in vielen koreanischen Seren, Cremes und Ampullen; auf der Packung steht es oft als „Sodium DNA“ oder „Hydrolyzed DNA“ (Review: Kim 2025). Auch unter dem Namen Rejuran gibt es eine Kosmetiklinie mit PDRN (Korea Herald: REJURAN COSMETICS). Ein bekannter Markenname auf der Creme sagt also nichts darüber, ob sie wie die Injektion wirkt.
Das Kernproblem ist die Größe. Die intakte Hornschicht lässt nach einer gängigen Faustregel nur Moleküle unter etwa 500 Dalton gut passieren (Review: The 500 Dalton rule). PDRN liegt typischerweise bei 50 bis 1.500 Kilodalton (Review: Marques et al. 2025) – rechnerisch das Hundert- bis Dreitausendfache. Für Cremes werden deshalb kürzere Bruchstücke entwickelt, die besser eindringen sollen.
Die Daten dazu sind dünn. Eine Studie von 2026 fand in Hautmodellen mit Raman-Spektroskopie, einem Lichtmessverfahren, Signale einer PDRN-Creme bis in die lebenden Schichten der Oberhaut. Als Augencreme schnitt sie bei 31 Frauen über 28 Tage besser ab als eine Retinolcreme. Mehrere Autorinnen und Autoren sind bei Biotechnologie-Firmen beschäftigt, und das Messverfahren kann aufgetragene DNA nicht sicher von hauteigener unterscheiden (Studie: Topical medium-length PDRN).
Ehrlich zusammengefasst: Eine PDRN-Creme kann die Haut pflegen. Dass sie in nennenswerter Menge die Lederhaut erreicht, wo Injektionspräparate gezielt platziert werden, ist nicht gezeigt. Eine Ampulle ersetzt deshalb keine Behandlung.
Injektion: Polynukleotide als Medizinprodukt
Zum Spritzen bestimmte Polynukleotide sind in der EU Medizinprodukte; die bekannten Präparate gehören in der Regel zur höchsten Risikoklasse III. Ein Überblick:
Ein Medizinprodukt darf in der EU nur in Verkehr gebracht werden, wenn es die Medizinprodukteverordnung erfüllt (Verordnung (EU) 2017/745). Präparate ohne CE-Kennzeichnung, etwa aus ausländischen Online-Shops, gehören nicht in die Haut.
Hautschimmer bietet Behandlungen mit Polynukleotiden an. Die genannten Marken dienen der Orientierung und sind keine Zusage, dass jede Variante eingesetzt oder beschafft wird. Das konkrete Präparat und seine Eignung für die Behandlungszone werden im ärztlichen Gespräch besprochen.
Lachs-DNA an den Augen
Für die dünne Haut unter den Augen werden niedriger konzentrierte Varianten empfohlen (Konsensuspapier PN-HPT). Was sie dort leisten können und wo die Grenzen liegen, lesen Sie im Beitrag Polynukleotide unter den Augen.
Creme oder Injektion im Vergleich
| Creme, Serum, Ampulle | Injektion | |
|---|---|---|
| Rechtlicher Status | Kosmetikum | Medizinprodukt, meist Klasse III |
| Wirkstoff | meist PDRN, teils aus Pflanzen oder Bakterien | meist PN aus Lachs oder Forelle |
| Wohin er gelangt | Oberhaut; ob tiefer, ist offen | je nach Präparat gezielt in die vorgesehene Gewebeschicht |
| Anwendung | zu Hause, regelmäßig | ärztlich, als Serie von Sitzungen |
| Studienlage | sehr wenige, kleine, kurze Studien | mehrere kleine Studien, oft herstellernah |
Lachs-DNA und Microneedling
Beim Microneedling entstehen durch feine Nadeln winzige Kanäle in der Haut. Aufgetragene Wirkstoffe gelangen so leichter in die Tiefe (Review: Applications of microneedling in dermatology). Das ist die Idee hinter „Lachs-DNA-Microneedling“.
Die Studienlage ist schmal. Es gibt Tierversuche (Studie: Kim et al. 2022) und kleine Studien mit Radiofrequenz-Microneedling, einem Verfahren, das Hautschimmer nicht anbietet. In einer davon wurden bei 30 Personen die Gesichtshälften verglichen: Mit danach aufgetragenen Polynukleotiden besserten sich Fältchen um die Augen schneller als mit Kochsalzlösung (Studie: Yogya et al. 2022). Für klassisches medizinisches Microneedling mit Polynukleotiden fehlen kontrollierte Studien am Menschen weitgehend.
Wichtiger als der Wirkstoff ist die Sicherheit. In frisch genadelte Haut gehört nur, was steril und laut Hersteller dafür vorgesehen ist. Nach Microneedling mit einem Kosmetikserum wurden Fremdkörper-Granulome beschrieben, also hartnäckige entzündliche Knötchen (Fallserie: JAMA Dermatology 2014). Ob eine Kombination mit Polynukleotiden in Ihrem Fall sinnvoll ist, klärt das ärztliche Gespräch.
Was die Studien zeigen
Eine systematische Übersicht fand neun Studien mit zusammen 219 Behandelten. Mehrere zeigten weniger Falten, eine feinere Hautstruktur und mehr Elastizität. Die Qualität der Studien bewerten die Autorinnen und Autoren aber als niedrig bis mittel, zwei von ihnen haben Verbindungen zu einem Hersteller oder dessen Vertrieb (Systematischer Review: Lampridou et al. 2025). Eine Auswertung randomisierter Studien kam 2026 auf sieben Studien mit 183 Teilnehmenden. Am deutlichsten war der Nutzen bei der Wundheilung; die Studien waren klein und uneinheitlich aufgebaut (Systematischer Review: Alhussain et al. 2026). Langzeitdaten fehlen (Review: Flores Rodríguez et al. 2026).
Ziel einer Behandlung ist deshalb eine besser durchfeuchtete, festere Haut – kein anderes Gesicht. Die Veränderung baut sich über Wochen auf. Üblich sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen (Konsensuspapier PN-HPT; Praxisempfehlung Rho et al. 2026, beide mit Herstellerbezug).
Für wen Lachs-DNA nicht infrage kommt
Diese Punkte sprechen gegen eine Injektion oder verlangen eine genaue Abwägung (EyeWiki der American Academy of Ophthalmology):
Bei einer Fischallergie sollten Sie auch Kosmetik mit Lachs-DNA vorher ärztlich abklären.
Lachs-DNA: Nebenwirkungen und Erfahrungen
Patientenberichte finden Sie hier nicht, wohl aber, was nach einer Injektion typisch ist (Konsensuspapier PN-HPT; EyeWiki):
In den randomisierten Studien wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet (Alhussain et al. 2026). Wie bei jeder Injektion sind Infektionen und allergische Reaktionen möglich. Das Konsensuspapier rät, die Haut 48 Stunden lang vor Sonne und Solarium zu schützen.
Fragen für das Aufklärungsgespräch:
Lachs-DNA vorher nachher: Bilder kritisch einordnen
Hautschimmer zeigt bei Injektionsbehandlungen keine Vorher-Nachher-Bilder. Für formverändernde Unterspritzungen ist diese Werbung rechtlich beschränkt (BGH, Urteil vom 31. Juli 2025, I ZR 170/24).
Auch unabhängig davon belegt ein einzelnes Bild keine verlässliche Wirkung: Licht, Winkel, Make-up, Filter und der Zeitpunkt nach der Behandlung können das Ergebnis deutlich beeinflussen.
Was kostet eine Lachs-DNA-Behandlung?
Hautschimmer ist eine Privatpraxis. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); die Kosten hängen vor allem von Präparat und Zahl der Sitzungen ab. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie eine schriftliche Kostenaufstellung (§ 630c BGB). Die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Was ist PDRN?
PDRN (Polydesoxyribonukleotid) sind kurze, gereinigte DNA-Bruchstücke, meist aus Lachs- oder Forellenspermien. Sie stecken in Kosmetik und werden in manchen Ländern als Arzneimittel zur Wundheilung eingesetzt.
Ist Rejuran PDRN?
Nicht ganz. Das Injektionspräparat Rejuran enthält nach Herstellerangabe Polynukleotide, also längere Ketten. Die gleichnamige Kosmetiklinie wirbt mit PDRN.
Wirkt ein PDRN-Serum wie eine Injektion?
Das ist nicht belegt. Für die intakte Hautbarriere sind die Moleküle sehr groß. Ein Serum kann pflegen; die gezielte Platzierung in der Lederhaut ersetzt es nach heutigem Wissen nicht.
Was passiert mit der Lachs-DNA in der Haut?
Enzyme zerlegen sie nach und nach in Bausteine, die Zellen wiederverwerten können. Für PDRN werden zusätzlich entzündungsregulierende Signalwege untersucht. Ob und wie stark diese bei einem konkreten PN-Präparat klinisch relevant sind, ist nicht abschließend geklärt.
Wie lange hält die Wirkung?
Das ist offen, weil Langzeitdaten fehlen. Über eine Auffrischung wird nach der ersten Serie gemeinsam entschieden.
Kann ich mit Fischallergie behandelt werden?
Bei einer Allergie gegen Fisch oder Meeresfrüchte wird von Polynukleotid-Injektionen abgeraten. Im Gespräch lassen sich andere Wege klären, zum Beispiel eine Behandlung mit Eigenblut (PRP).
Ungewöhnlich starke Schmerzen oder eine weißliche beziehungsweise fleckig-bläuliche Haut nach einer Injektion müssen sofort ärztlich beurteilt werden. Kontaktieren Sie umgehend die behandelnde Praxis; ist sie nicht erreichbar, suchen Sie sofort medizinische Hilfe. Bei plötzlichen Sehstörungen oder Schlaganfallzeichen rufen Sie 112 und nennen die vorausgegangene Injektion.
Lachs-DNA-Behandlung in Neumarkt — nah an Nürnberg
Die Behandlung führt Saskia Heer persönlich durch (Ärztin — Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin), in ihrer Praxis in Neumarkt i.d.OPf., Bahnhofstraße 15, 1. OG. Neumarkt ist ab Nürnberg Hauptbahnhof direkt mit dem Regionalexpress erreichbar; vom Bahnhof sind es etwa 300 Meter zur Praxis. Mehr zu Behandlung und Termin: Polynukleotide in Neumarkt und Microneedling in Neumarkt.
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Bahnhofstraße 15, 92318 Neumarkt i.d.Opf. Ärztin Saskia Heer — approbiert, Charité Berlin. Ab Nürnberg Hbf rund 20 Minuten mit dem Regionalexpress, die Praxis liegt 300 Meter vom Bahnhof. Aus weiten Teilen des Landkreises Neumarkt näher als Nürnberg.
Sie kommen aus Mittelfranken? Botox für Nürnberg, Polynukleotide für Nürnberg und Botox für Amberg.
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Bahnhofstraße 8, 15711 Königs Wusterhausen. Ab Berlin Ostkreuz rund 22 Minuten mit dem RE2, ab Flughafen BER rund 11; die Praxis liegt 300 Meter vom Bahnhof. Aus weiten Teilen des Landkreises Dahme-Spreewald näher als Berlin-Mitte.
Alle Behandlungen werden persönlich von Ärztin Saskia Heer durchgeführt.
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