Ultherapy und HIFU im Gesicht: Wirkung, Studien, Risiken

Ihre ärztliche Ansprechpartnerin
Dieser Artikel stammt von der Hautschimmer Redaktion. Für eine persönliche ärztliche Einordnung Ihrer Fragen ist Saskia Heer Ihre Ansprechpartnerin.
Saskia Heer ist approbierte Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Charité — Universitätsmedizin Berlin. Sie bildet sich regelmäßig in Injektionstechniken, Anatomie und Komplikationsmanagement fort.
Mitglied der Ärztekammer Brandenburg und Bayern
Die Haut an Wangen, Kinn und Hals gibt nach, eine Operation kommt für Sie aber nicht infrage. Bei der Suche nach Alternativen stoßen Sie schnell auf HIFU und Ultherapy, also Straffung mit Ultraschall. Hier steht sachlich, wie das Verfahren wirkt, was Studien zeigen und welche Risiken bekannt sind.
Die kurze Antwort
HIFU steht für hochintensiven fokussierten Ultraschall. Das Gerät bündelt Schallenergie in einer festgelegten Tiefe unter der Haut und erhitzt dort winzige Punkte. Das Gewebe soll sich dadurch zusammenziehen und neues Kollagen bilden. Ultherapy ist der Markenname eines solchen Geräts, das zusätzlich ein Ultraschallbild zeigt. Studien beschreiben eine leichte bis mäßige Straffung, keine Wirkung wie nach einem Facelift. Die meisten Nebenwirkungen klingen von selbst ab. Beschrieben sind auch Verbrennungen, Nervenreizungen oder Fettverlust, bei Behandlung nahe am Auge auch Augenschäden. In Deutschland dürfen nur Ärztinnen und Ärzte HIFU zur Straffung anwenden. Hautschimmer bietet HIFU und Ultherapy nicht an.
Wie HIFU und Ultherapy wirken
Ultraschall kennen die meisten aus der Bildgebung. Bei HIFU wird die Energie wie mit einer Lupe auf einen Punkt gebündelt. Dort steigt die Temperatur kurz auf über 60 °C. Es entstehen Hitzepunkte von weniger als einem Kubikmillimeter, die Hautoberfläche soll dabei verschont bleiben (Review: Fabi 2015). Die Hitze lässt Kollagenfasern schrumpfen. In den folgenden Wochen soll neues Kollagen entstehen.
Je nach Aufsatz zielt das Gerät auf 1,5, 3,0 oder 4,5 Millimeter Tiefe (Gebrauchsanweisung Ulthera System, Merz 2025). Die tiefen Einstellungen sollen das SMAS erreichen. Das ist die Bindegewebs- und Muskelschicht, die auch bei einem operativen Facelift gestrafft wird. Dass sich diese Schicht gezielt erhitzen lässt, zeigten Laborversuche an Gewebe von Verstorbenen, teils mit einem Prototyp des Herstellers (Studie: White et al. 2007; Studie: Laubach et al. 2008).
Was Ultherapy von anderen HIFU-Geräten unterscheidet
Ultherapy verbindet die Behandlung mit einem Ultraschallbild bis 8 Millimeter Tiefe. So soll sichtbar werden, ob der Schallkopf richtig aufliegt und ob Knochen zu nah liegt. In der Fachliteratur heißt das MFU-V: mikrofokussierter Ultraschall mit Visualisierung. Die US-Freigabe von 2018 beschreibt die dort vorgesehenen Anwendungen; sie ist keine Aussage zur EU-Zweckbestimmung eines konkreten Geräts. In den USA ist das Gerät dafür vorgesehen, die Augenbraue anzuheben, erschlaffte Haut unter dem Kinn und am Hals anzuheben und Linien im Dekolleté zu verbessern (FDA 510(k) K180623). Ein großer Teil der veröffentlichten Studien bezieht sich auf dieses Gerät.
Was die Studien zeigen
Augenbraue: In einer Studie mit 35 ausgewerteten Personen sahen drei verblindete Gutachter nach 90 Tagen bei 30 Personen eine deutliche Anhebung der Brauen. Gemessen hob sich die Braue im Mittel um 1,7 Millimeter, nach einer einzigen Behandlung (Studie: Alam et al. 2010).
Unteres Gesicht und Hals: In einer nicht randomisierten Studie sahen verblindete Gutachter nach drei Monaten bei 58 Prozent von 93 Personen eine Verbesserung. Bei einem Body-Mass-Index über 30 zeigte gut die Hälfte keine Veränderung (Studie: Oni et al. 2014).
Übersichtsarbeiten:
Die Studien sprechen für eine leichte bis mäßige Verbesserung bei passend ausgewählten Befunden. Viele Untersuchungen haben jedoch keine Kontrollgruppe, und belastbare Langzeitdaten fehlen. Bei starker Erschlaffung und deutlichen Muskelsträngen am Hals sollte laut Fachliteratur eher eine Operation erwogen werden (Fabi 2015). Wie lange das Ergebnis hält, ist kaum untersucht.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Behandlung tut weh. In der großen Metaanalyse lag der mittlere Schmerzwert bei knapp 5 von 10 (Amiri et al. 2025).
Häufig und vorübergehend
Die Gebrauchsanweisung nennt folgende Beschwerden aus den klinischen Studien des Herstellers für Brauen, Kinn und Hals:
| Beschwerde | Typische Dauer laut Hersteller |
|---|---|
| Rötung | wenige Stunden |
| Schwellung | 3 bis 72 Stunden |
| Striemen (strichförmige Schwellung) | bis zu einer Woche |
| Druckschmerz | 2 Tage bis 2 Wochen |
| Blaue Flecken | 2 Tage bis 2 Wochen |
| Taubheit, Kribbeln, leichte Muskelschwäche durch Nervenreizung | 2 bis 6 Wochen |
Beschriebene schwere Komplikationen
Wann nicht behandelt werden sollte
Laut Gebrauchsanweisung sind offene Wunden oder Hautveränderungen, schwere oder zystische Akne im Behandlungsgebiet sowie Herzschrittmacher, Defibrillatoren oder Metallimplantate im Behandlungsgebiet Gegenanzeigen. Direkt über Fillern oder Implantaten und auf Keloiden wird die Behandlung nicht empfohlen. Nicht untersucht ist sie unter anderem in Schwangerschaft und Stillzeit, bei blutverdünnenden Medikamenten, Gerinnungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Epilepsie, Herpes simplex und nach einer Gesichtslähmung.
Rechtsrahmen: Wer HIFU in Deutschland anwenden darf
Seit dem 31. Dezember 2020 gilt die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen, kurz NiSV. Sie regelt den gewerblichen Einsatz von Geräten wie Laser und Ultraschall zu kosmetischen Zwecken (§ 1 NiSV; Bundesamt für Strahlenschutz: NiSV). Ultraschallanwendungen, die Gewebe gezielt durch Hitze verändern oder Fett reduzieren, dürfen nur approbierte Ärztinnen und Ärzte durchführen (§ 9 NiSV). Das betrifft HIFU zur Straffung. Bei einer Schwangerschaft darf ein Ungeborenes bei solchen Anwendungen nicht beschallt werden (§ 10 NiSV).
HIFU-Erfahrungen: Fragen vor der Behandlung
Erfahrungsberichte im Netz schildern Einzelfälle. Verlässlicher sind die Studien und die Angaben oben. Typisch sind Rötung, Schwellung und Druckschmerz für einige Tage; eine mögliche Straffung entwickelt sich erst über Wochen. Studien bewerten das Ergebnis meist nach etwa drei Monaten. Diese Fragen helfen vor der Entscheidung:
Wer andere Wege vergleichen möchte, findet eine Übersicht unter Hautalterung: welche Methoden was leisten sowie Einordnungen zu Radiofrequenz-Microneedling und Fadenlifting.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen HIFU und Ultherapy?
HIFU ist der Oberbegriff für das Verfahren. Ultherapy ist ein bestimmtes HIFU-Gerät, das die Behandlung mit einem Ultraschallbild kombiniert. Zu diesem Gerät gibt es die meisten Studien.
Tut HIFU im Gesicht weh?
Meist ja. Während die Energie abgegeben wird, entstehen kurze Schmerzen. In Studien lag der mittlere Wert bei knapp 5 von 10 (Amiri et al. 2025). Druckempfindlichkeit kann laut Hersteller bis zu zwei Wochen anhalten.
Wann sieht man ein Ergebnis, und wie lange hält es?
Neues Kollagen bildet sich über Wochen. Studien bewerten das Ergebnis deshalb meist nach etwa drei Monaten. Belastbare Daten zur Haltbarkeit über mehrere Jahre fehlen.
Ist HIFU gefährlich?
Meist bleibt es bei vorübergehenden Beschwerden. Beschrieben sind auch Verbrennungen, Narben, Fettverlust, länger anhaltende Nervenstörungen und bei Behandlung nahe am Auge Augenschäden. Wie häufig solche Schäden auftreten, lässt sich aus Fallberichten und Meldungen nicht zuverlässig bestimmen. Fehlerhafte Technik erhöht laut Hersteller vor allem das Risiko für Verbrennungen.
Wer darf HIFU durchführen?
Zur Straffung nur approbierte Ärztinnen und Ärzte (§ 9 NiSV). Die Verordnung gilt allerdings nicht für Geräte, die Privatpersonen an sich selbst anwenden. Zu HIFU-Geräten für zu Hause fand sich kaum Forschung, eine Untersuchung prüfte ein Heimgerät nur an Mäusen (Studie: Kwack & Lee 2023).
Was kostet Ultherapy?
Hautschimmer bietet HIFU und Ultherapy nicht an. Die Kosten sollten Sie mit der tatsächlich behandelnden Praxis anhand von Gerät, Areal und Umfang klären. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung eine schriftliche Kosteninformation geben.
Beratung zur Hautalterung in Neumarkt — nah an Nürnberg
Hautschimmer bietet HIFU und Ultherapy nicht an. Saskia Heer, Ärztin — Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin, berät und behandelt persönlich in Neumarkt i.d.OPf., Bahnhofstraße 15, 1. OG. Im Angebot sind Verfahren, die auf die Qualität der Haut zielen, etwa Skinbooster, Polynukleotide und medizinisches Microneedling. Sie heben Gewebe nicht an wie HIFU, sondern sollen die Haut darin unterstützen, sich selbst zu erneuern. Maßstab ist ein erholtes, kein behandeltes Aussehen. Neumarkt ist von Nürnberg aus mit Regionalzügen erreichbar; die Praxis liegt in Bahnhofsnähe. Einen Überblick über die Möglichkeiten gibt der Beitrag Hautalterung: Methoden im Vergleich.