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Plötzlich starker Haarausfall bei Frauen: Ursachen und was hilft

Hautschimmer Redaktion|
Saskia Heer

Ihre ärztliche Ansprechpartnerin

Dieser Artikel stammt von der Hautschimmer Redaktion. Für eine persönliche ärztliche Einordnung Ihrer Fragen ist Saskia Heer Ihre Ansprechpartnerin.

Saskia Heer ist approbierte Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Charité — Universitätsmedizin Berlin. Sie bildet sich regelmäßig in Injektionstechniken, Anatomie und Komplikationsmanagement fort.

Mitglied der Ärztekammer Brandenburg und Bayern

Beim Kämmen bleiben plötzlich Büschel in der Bürste, nach dem Duschen ist der Abfluss voller Haare, der Zopf wird dünner. Das macht vielen Frauen Angst. Hier lesen Sie, welche Ursachen hinter starkem Haarausfall stecken können, wer was abklärt und was je nach Ursache hilft.

Die kurze Antwort

Plötzlich starker Haarausfall bei Frauen ist häufig ein diffuser Haarausfall, ein sogenanntes telogenes Effluvium. Der Auslöser liegt meist zwei bis vier Monate zurück, etwa Fieber, eine Geburt, ein neues Medikament oder eine strenge Diät (Wolff et al. 2016, Deutsches Ärzteblatt; Asghar et al. 2020). Diese Form bildet sich meist von selbst zurück.

Besprechen Sie ärztlich, ob etwa Ferritin (Eisenspeicher) und Schilddrüsenwerte untersucht werden sollten. Kahle runde Stellen, eine gerötete oder schuppende Kopfhaut und eine zurückweichende Haarlinie gehören bald in hautärztliche Hände. Was hilft, hängt von der Ursache ab. PRP oder Mesotherapie kommen höchstens ergänzend infrage, wenn die Ursache geklärt ist.

Wie viel Haarausfall ist normal?

Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist normal. Jedes Haar wächst zwei bis sechs Jahre lang, etwa einen Zentimeter im Monat. Danach ruht es zwei bis vier Monate und fällt aus. Ein Auslöser kann viele Haarwurzeln gleichzeitig in die Ruhephase schicken. Deshalb fallen die Haare oft erst Monate nach dem eigentlichen Ereignis aus (Wolff et al. 2016).

Die häufigsten Ursachen im Überblick

UrsacheTypische HinweiseAbklärung
Auslöser vor einigen Monaten (Fieber, Infekt, Geburt, Operation, Diät, Medikament)plötzlich, gleichmäßig verteilt, keine kahlen StellenGespräch über die letzten Monate, Blutwerte
Eisenmangeldiffuser Haarausfall, oft bei starker RegelblutungFerritin
Schilddrüsediffuser Haarausfall bei Unter- oder ÜberfunktionTSH, bei Bedarf T3 und T4
Erblich bedingtschleichend, Scheitel wird breiter, Oberkopf lichterhautärztliche Untersuchung
Hormonstörung, z. B. PCOSzusätzlich Akne, Zyklusstörungen, vermehrte Körperbehaarungfrauenärztlich oder endokrinologisch
Kreisrunder Haarausfallrunde, glatte, kahle Stellen, auch an den Augenbrauenhautärztlich, Schilddrüse mitprüfen
Vernarbender HaarausfallRötung, Schuppung, Brennen, zurückweichende Haarlinierasch hautärztlich, evtl. Gewebeprobe

Plötzlich und diffus: wenn ein Auslöser Monate zurückliegt

Beim telogenen Effluvium fallen die Haare gleichmäßig verteilt aus. Dauert das weniger als sechs Monate, spricht man von der akuten Form. Sie bildet sich in rund 95 Prozent der Fälle zurück. In etwa einem Drittel der Fälle bleibt der Auslöser unbekannt (Asghar et al. 2020). Häufige Auslöser sind:

  • • Geburt: Haarausfall einige Monate nach der Entbindung gilt als normal (Wolff et al. 2016).
  • • Fieber und Infekte: Nach COVID-19 begann der Haarausfall im Mittel nach 74 Tagen, die meisten Betroffenen erholten sich (Hussain et al. 2022).
  • • Medikamente: zum Beispiel Heparin, Betablocker, ACE-Hemmer, Retinoide, Antiepileptika oder Antidepressiva. Auch eine geänderte Dosis kann auslösen (Asghar et al. 2020), ebenso das Beginnen oder Absetzen der Pille (Wolff et al. 2016). Setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab.
  • • Strenge Diäten: starke Kalorienbeschränkung und schwerer Eiweißmangel (Asghar et al. 2020).
  • Hält der Haarausfall länger als sechs Monate an, spricht man von der chronischen Form. Sie betrifft vor allem Frauen im mittleren Alter und verläuft in Wellen (Asghar et al. 2020).

    Eisenmangel

    Frauen mit Haarausfall haben im Schnitt niedrigere Ferritinwerte als Frauen ohne (Treister-Goltzman et al. 2022). Häufigster Grund für Eisenmangel bei Frauen vor den Wechseljahren ist die Regelblutung. Ab welchem Ferritinwert die Haare leiden, ist umstritten. Ob eine Eisengabe den Haarausfall bessert, wurde nur in wenigen Studien untersucht (Almohanna et al. 2019). Nehmen Sie Eisen nur nach ärztlich festgestelltem Mangel (Verbraucherzentrale: Eisen).

    Schilddrüse

    Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion kann diffusen Haarausfall auslösen. Ist die Schilddrüse wieder richtig eingestellt, bildet er sich in der Regel zurück (Asghar et al. 2020).

    Erblich bedingt und hormonell

    Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) verläuft schleichend. Der Scheitel wird breiter, das Haar am Oberkopf lichter, die vordere Haarlinie bleibt meist erhalten (Starace et al. 2020).

    Nur etwa ein Drittel der betroffenen Frauen hat auffällige Werte männlicher Hormone. Dahinter können ein polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS), ein erhöhter Prolaktinwert oder seltener andere Hormonstörungen stecken (Starace et al. 2020). Kommen Akne oder vermehrte Körperbehaarung hinzu, ist eine gynäkologisch-endokrinologische Abklärung sinnvoll (Wolff et al. 2016).

    Haarausfall vorne an der Stirn

    Beim erblich bedingten Haarausfall kann die Lichtung bis an die Stirn reichen (Europäische S3-Leitlinie). Weicht die Haarlinie aber zurück und werden die Augenbrauen dünner, kann eine frontal fibrosierende Alopezie dahinterstecken. Sie betrifft überwiegend Frauen nach den Wechseljahren, kann aber auch jüngere Frauen und Männer betreffen und Haarwurzeln dauerhaft zerstören (Wolff et al. 2016). Auch straffe Zöpfe, feste Dutts oder Extensions können den Haaransatz schädigen, auf Dauer bis zur Vernarbung (Billero & Miteva 2018). In beiden Fällen zählt eine frühe hautärztliche Abklärung. Dass auch jüngere Frauen betroffen sein können, zeigen größere Fallserien (Vañó-Galván et al. 2014).

    Kreisrunder Haarausfall

    Runde, glatte, kahle Stellen sprechen für kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), eine Autoimmunerkrankung. Ein bis zwei von 100 Menschen erkranken im Lauf ihres Lebens daran (Wolff et al. 2016). Bei bis zur Hälfte der Betroffenen mit einzelnen Stellen wächst das Haar innerhalb eines Jahres von selbst nach. Die deutsche Leitlinie empfiehlt, die Schilddrüse mitzuuntersuchen (AWMF-Leitlinie Alopecia areata).

    Welcher Mangel? Was Blutwerte zeigen

    Bei diffusem Haarausfall ohne klare Ursache kommen je nach Vorgeschichte und Befund diese Untersuchungen infrage (Wolff et al. 2016):

  • • Ferritin für den Eisenspeicher
  • • zunächst meist TSH zur Schilddrüsenfunktion, weitere Werte wie T3 und T4 bei entsprechender Fragestellung
  • • selten ein Test auf Syphilis, die ebenfalls Haarausfall auslösen kann
  • Vitamin D ist bei kreisrundem Haarausfall oft niedriger, hing aber nicht klar mit dem Ausmaß zusammen. Für Zink reichen die Daten nicht für eine allgemeine Empfehlung (Almohanna et al. 2019).

    Vorsicht bei Haarvitaminen: Biotin bringt bei ausreichender Versorgung keinen zusätzlichen Nutzen. Es kann aber Laborwerte verfälschen, etwa Schilddrüsen- und Sexualhormone. Sagen Sie bei der Blutabnahme, wenn Sie Biotin nehmen (Verbraucherzentrale: Biotin). Zu viel Vitamin A und möglicherweise auch Selen können selbst zu Haarausfall beitragen (Almohanna et al. 2019).

    Zu welchem Arzt bei Haarausfall?

  • • Hausärztliche Praxis: erste Blutwerte, Überblick über Medikamente und Vorerkrankungen.
  • • Hautärztliche Praxis: die eigentliche Diagnose. Dazu gehören das Ansehen von Haar und Kopfhaut, ein Zupftest, das Auflichtmikroskop und bei Bedarf ein Trichogramm, bei dem 20 bis 50 Haare unter dem Mikroskop untersucht werden. Bei Verdacht auf vernarbenden Haarausfall hilft eine kleine Gewebeprobe (Wolff et al. 2016).
  • • Frauenärztliche oder endokrinologische Praxis: bei Zyklusstörungen, Akne oder vermehrter Körperbehaarung.
  • Gehen Sie bald zur Hautärztin oder zum Hautarzt bei kahlen Stellen, bei geröteter, schuppender, brennender oder schmerzender Kopfhaut, bei zurückweichender Haarlinie, dünner werdenden Augenbrauen oder Haarausfall über mehr als sechs Monate. Notieren Sie vorab: Was war in den Monaten vor dem Beginn? Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nehmen Sie? Gibt es Haarausfall in der Familie?

    Was hilft – je nach Ursache

  • • Diffuser Haarausfall nach einem Auslöser: Auslöser beheben, Erkrankungen der Kopfhaut behandeln, einen gemessenen Mangel ausgleichen (Asghar et al. 2020).
  • • Eisenmangel oder Schilddrüse: gezielte Behandlung in der Haus- oder Facharztpraxis.
  • • Erblich bedingter Haarausfall: Die europäische S3-Leitlinie empfiehlt Frauen ab 18 Jahren Minoxidil zum Auftragen (Kanti et al. 2018). Beurteilt wird der Erfolg frühestens nach sechs Monaten. Anfangs können vorübergehend mehr Haare ausfallen, nach dem Absetzen schreitet der Haarausfall wieder fort (Europäische S3-Leitlinie). Mögliche Nebenwirkungen sind Rötung und Schuppung der Kopfhaut sowie vermehrter Haarwuchs im Gesicht, vor allem an den Schläfen. Liegt eine Hormonstörung vor, kommt eine hormonelle Behandlung infrage (Wolff et al. 2016).
  • • Kreisrunder oder vernarbender Haarausfall: hautärztliche Behandlung, möglichst früh.
  • PRP und Mesotherapie: nur als Ergänzung

    Beide Verfahren ersetzen weder die Ursachenklärung noch den Ausgleich eines Mangels. PRP (plättchenreiches Plasma aus Eigenblut) ist vor allem beim erblich bedingten Haarausfall untersucht. Die europäische S3-Leitlinie spricht weder eine Empfehlung dafür noch dagegen aus (Kanti et al. 2018). Typisch sind Schmerzen beim Spritzen und eine vorübergehend empfindliche Kopfhaut (Europäische S3-Leitlinie). Nicht infrage kommt PRP etwa bei Störungen der Blutplättchen und Infektionen an der Kopfhaut (Paichitrojjana & Paichitrojjana 2022). Studienlage, Ablauf und Ausschlussgründe beschreibt der Artikel PRP bei Haarausfall der Frau.

    Bei der Mesotherapie werden Wirkstoffmischungen in vielen kleinen Portionen in die Haut gespritzt. Eine Übersichtsarbeit fand 27 Studien, aber kein einheitliches Vorgehen; Nebenwirkungen wurden ebenfalls berichtet (Gupta et al. 2023). Mehr dazu: Mesotherapie für Gesicht und Haare.

    Häufige Fragen

    Was tun bei plötzlich starkem Haarausfall als Frau?

    Denken Sie zurück: Was war zwei bis vier Monate vorher? Besprechen Sie ärztlich, ob etwa Ferritin und Schilddrüsenwerte untersucht werden sollten. Bei kahlen Stellen oder entzündeter Kopfhaut gehen Sie bald in eine hautärztliche Praxis.

    Welcher Mangel steckt bei Frauen hinter Haarausfall?

    Am häufigsten wird ein Eisenmangel gefunden, gemessen am Ferritin. Auch schwerer Eiweißmangel durch strenge Diäten kann Haarausfall auslösen (Asghar et al. 2020). Nehmen Sie Präparate erst ein, wenn ein Mangel gemessen wurde.

    Wie lange dauert diffuser Haarausfall?

    Die akute Form dauert definitionsgemäß weniger als sechs Monate. Bis das Haar wieder voller wirkt, vergehen weitere Monate, weil es nur etwa einen Zentimeter im Monat wächst (Wolff et al. 2016).

    Kann Stress Haarausfall auslösen?

    Körperlicher Stress wie hohes Fieber, eine Operation oder ein großer Blutverlust kann es. Bei seelischem Stress ist der Zusammenhang nicht eindeutig belegt, auch weil Haarausfall selbst belastet (Asghar et al. 2020).

    Wachsen die Haare wieder nach?

    Nach einem Auslöser meist ja. Beim kreisrunden Haarausfall wächst das Haar oft nach, der Verlauf ist aber schwer vorherzusagen. Beim erblich bedingten Haarausfall ist das Ziel, das Fortschreiten aufzuhalten. Bei vernarbendem Haarausfall sind zerstörte Haarwurzeln verloren, deshalb ist eine frühe Behandlung wichtig.

    Hilft PRP bei Haarausfall?

    Am ehesten als Ergänzung beim erblich bedingten Haarausfall, mit begrenzten Belegen. Bei Eisenmangel, Schilddrüsenstörung oder nach einem Infekt steht die Ursache im Vordergrund.

    Ergänzende Behandlung bei Haarausfall in Neumarkt — nah an Nürnberg

    Ist die Ursache geklärt und kommt eine ergänzende Behandlung infrage, berät Saskia Heer, Ärztin — Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin, persönlich in der Praxis in der Bahnhofstraße 15 (1. OG) in Neumarkt i.d.OPf. Bringen Sie vorhandene Befunde mit. Neumarkt ist von Nürnberg aus mit Regionalzügen erreichbar; die Praxis liegt in Bahnhofsnähe. Mehr zur Behandlung vor Ort: PRP bei Haarausfall in Neumarkt und Mesotherapie in Neumarkt.

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    Hautschimmer Neumarkt i.d.Opf

    Bahnhofstraße 15, 92318 Neumarkt i.d.Opf. Ärztin Saskia Heer — approbiert, Charité Berlin. Ab Nürnberg Hbf rund 20 Minuten mit dem Regionalexpress, die Praxis liegt 300 Meter vom Bahnhof. Aus weiten Teilen des Landkreises Neumarkt näher als Nürnberg.

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    Bahnhofstraße 8, 15711 Königs Wusterhausen. Ab Berlin Ostkreuz rund 22 Minuten mit dem RE2, ab Flughafen BER rund 11; die Praxis liegt 300 Meter vom Bahnhof. Aus weiten Teilen des Landkreises Dahme-Spreewald näher als Berlin-Mitte.

    Alle Behandlungen werden persönlich von Ärztin Saskia Heer durchgeführt.

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