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Faltenbehandlung: Welche Methode passt zu welcher Falte?

Hautschimmer Redaktion|
Saskia Heer

Ihre ärztliche Ansprechpartnerin

Dieser Artikel stammt von der Hautschimmer Redaktion. Für eine persönliche ärztliche Einordnung Ihrer Fragen ist Saskia Heer Ihre Ansprechpartnerin.

Saskia Heer ist approbierte Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt ästhetische Medizin. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Charité — Universitätsmedizin Berlin. Sie bildet sich regelmäßig in Injektionstechniken, Anatomie und Komplikationsmanagement fort.

Mitglied der Ärztekammer Brandenburg und Bayern

Eine Falte zwischen den Augenbrauen, feine Linien auf den Wangen, eine tiefere Furche neben der Nase: Wer sich über Faltenbehandlung informiert, findet viele Methoden und noch mehr Versprechen. Welche Methode passt, hängt vor allem davon ab, wie eine Falte entstanden ist. Dieser Überblick ordnet die gängigen Verfahren ehrlich ein.

Die kurze Antwort

Falten sind nicht gleich Falten. Die Fachliteratur unterscheidet mehrere Faltentypen, die unterschiedlich auf Behandlungen ansprechen (Quatresooz et al. 2006). Vereinfacht gibt es drei Gruppen:

  • • Mimische Falten wie Zornesfalte, Krähenfüße und Stirnfalten entstehen durch Muskelbewegung. Botulinumtoxin kann die Muskeln vorübergehend entspannen.
  • • Volumenfalten wie die Nasolabialfalte entstehen, weil dem Gewebe Halt und Volumen fehlen. Hyaluron-Filler können Volumen ersetzen.
  • • Knitterfältchen sind feine Linien in dünner, trockener oder lichtgeschädigter Haut. Skinbooster, Polynukleotide und Microneedling sollen die Hautqualität verbessern.
  • Oft kommen mehrere Typen zusammen. Ganz entfernen lässt sich eine Falte nicht, abmildern schon. Der Maßstab: Sie sollen erholt aussehen, nicht behandelt.

    Warum die Ursache über die Methode entscheidet

    Falten haben mehrere Auslöser. Die Haut altert mit den Jahren, dazu kommen Sonnenlicht, Rauchen und hormonelle Veränderungen (Manríquez et al. 2014). Auch der Gesichtsknochen baut sich an bestimmten Stellen ab, etwa am Oberkiefer und am Rand der Augenhöhle. Dem Gewebe darüber fehlt dann Halt (Mendelson und Wong 2012).

    Daraus folgt eine einfache Regel: Ein Filler entspannt keinen Muskel, und Botulinumtoxin ersetzt kein Volumen (Alam und Tung 2018). Ein Fachkonsens fasst es so zusammen: Im oberen Gesicht steht die Muskelentspannung im Vordergrund, im Mittelgesicht der Ersatz von Volumen (Carruthers et al. 2008).

    FaltentypTypische StellenHauptursacheWas infrage kommtGrenzen
    Mimische FaltenZornesfalte, Krähenfüße, StirnWiederholter MuskelzugBotulinumtoxinWirkt vorübergehend; zugelassen nur für bestimmte Falten im oberen Gesicht
    VolumenfaltenNasolabialfalte, Marionettenfalten, TränenrinneAbbau von Knochen und Fett, Absinken des GewebesHyaluron-FillerWird abgebaut; ersetzt keine Straffung bei stark erschlaffter Haut
    KnitterfältchenWangen, unter den AugenDünne, trockene, lichtgeschädigte HautSkinbooster, Polynukleotide, MicroneedlingMehrere Sitzungen; füllen keine tiefen Falten

    Die Methoden im Überblick

    Botulinumtoxin: für mimische Falten

    Botulinumtoxin hemmt die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel. Der Muskel spannt sich weniger an, die Falte darüber wird flacher. Je nach Präparat belegen die Fachinformationen eine Wirkung über bis zu vier, teils bis zu sechs Monate. Danach kehrt die Muskelaktivität zurück.

    Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die ästhetischen Zulassungen betreffen je nach Präparat bestimmte Falten im oberen Gesicht: Zornesfalte, Krähenfüße und Stirnfalten. Dabei gelten produktabhängige Altersgrenzen und die Voraussetzung mittelstarker bis starker Falten mit erheblicher psychischer Belastung. Die Fachinformationen sind über das Arzneimittel-Informationssystem des Bundes abrufbar. Jede andere ästhetische Anwendung liegt außerhalb der Zulassung.

    Die Wirksamkeit ist gut untersucht. Eine Cochrane-Übersicht mit 65 randomisierten Studien und fast 15.000 Teilnehmenden kommt zu dem Schluss: Botulinumtoxin Typ A mildert Falten innerhalb von vier Wochen, erhöht aber wahrscheinlich das Risiko für ein hängendes Oberlid. Zu wiederholten Behandlungen und zur Wirkdauer fehlen laut der Übersicht belastbare Vergleichsdaten (Camargo et al. 2021).

    Ausmaß und Dauer der Muskelabschwächung hängen vom Präparat und der individuellen Behandlung ab. Eine unerwünschte Wirkung lässt sich nicht sofort zurücknehmen. Mehr dazu: Lachfalten und Krähenfüße und Nebenwirkungen und Langzeitfolgen.

    Hyaluron-Filler: für Volumenfalten

    Hyaluronsäure kommt natürlich in der Haut vor und bindet Wasser. Als vernetztes Gel wird sie unter eine Falte oder an stützende Stellen gespritzt. Dort soll sie fehlendes Volumen ersetzen. Eine Meta-Analyse randomisierter Studien zur Nasolabialfalte fand einen Monat nach der Behandlung eine deutliche Verbesserung, die nach sechs Monaten noch weitgehend bestand (Stefura et al. 2021).

    Hyaluronsäure wird vom Körper abgebaut. Für einen Filler für Nasolabial- und Marionettenfalten nennt die Gebrauchsanweisung eine Wirkdauer von bis zu zwölf Monaten (Gebrauchsanweisung). Mit Hyaluronidase kann Hyaluronsäure abgebaut werden; das Auflösen von Fillern erfolgt außerhalb der Arzneimittelzulassung und garantiert weder eine vollständige Entfernung noch die Rücknahme bereits entstandener Schäden (Signorini et al. 2016). Trotzdem gilt: Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, lässt sich erst nach Abklingen der Schwellung und einer erneuten ärztlichen Beurteilung entscheiden. Auch eine Korrektur hat eigene Risiken.

    Mehr dazu: Nasolabialfalte unterspritzen, Marionettenfalten, Tränenrinne mit Hyaluron.

    Skinbooster: Feuchtigkeit und Elastizität

    Skinbooster sind fein verteilte Hyaluronsäure-Präparate, teils mit Aminosäuren. Sie werden in vielen kleinen Depots oberflächlich in die Haut gesetzt. Ziel ist die Hautqualität, nicht Volumen: mehr Feuchtigkeit, mehr Elastizität, weniger feine Linien (Rho et al. 2024). Eine Meta-Analyse von elf Studien zu Hyaluronsäure mit Aminosäuren berichtet weniger ausgeprägte Falten und eine dickere Haut nach der Behandlung. Die Autoren fordern größere Studien (Mosteirin et al. 2026). Üblich ist eine Serie aus mehreren Sitzungen. Mehr dazu: Skinbooster im Vergleich.

    Polynukleotide: Hautqualität in empfindlichen Zonen

    Polynukleotide sind gereinigte DNA-Bruchstücke, die aus Lachs gewonnen werden (EyeWiki der American Academy of Ophthalmology). Sie sollen die Haut darin unterstützen, sich selbst zu erneuern, und werden oft unter den Augen eingesetzt. Eine systematische Übersicht fand neun Studien mit zusammen 219 Behandelten. Berichtet werden weniger Falten, eine feinere Hautstruktur und mehr Elastizität bei meist milden Nebenwirkungen. Die Studien waren aber von niedriger bis mittlerer Qualität, und Teile des Autorenteams arbeiten mit Hersteller oder Vertrieb zusammen (Lampridou et al. 2025). Mehr dazu: Polynukleotide unter den Augen, Lachs-DNA erklärt, Falten unter den Augen.

    Microneedling: feine Linien und Hautstruktur

    Beim medizinischen Microneedling setzen feine Nadeln viele winzige Verletzungen in der Haut. Die Wundheilung soll die Bildung von Kollagen anregen (Alster und Graham 2018). Eine systematische Übersicht wertete 21 Studien mit 723 Behandelten zur Hautalterung im Gesicht aus. Falten waren das häufigste Studienziel, die meisten Behandelten waren zufrieden, und Nebenwirkungen waren vor allem vorübergehende Rötungen. Die Ergebnisse wurden aber uneinheitlich gemessen (Foppiani et al. 2025). Auch hier sind mehrere Sitzungen üblich. Mehr dazu: Microneedling: wie oft und wie die Haut heilt. Weitere Verfahren für die Hautqualität erklären die Artikel zur Mesotherapie und zur PRP-Behandlung.

    Was Sie selbst tun können

    Gut belegt ist Sonnenschutz. In einer randomisierten Studie mit 903 Erwachsenen zeigte die Gruppe mit täglichem Sonnenschutz nach viereinhalb Jahren keine messbare Zunahme der Hautalterung (Hughes et al. 2013). Unter den Cremes sind Retinoide, also Abkömmlinge von Vitamin A, besonders gut untersucht. Sie können die Haut reizen (Sadick et al. 2023). Topische Retinoid-Arzneimittel dürfen in der Schwangerschaft und bei geplanter Schwangerschaft nicht angewendet werden (EMA); kosmetische Retinolprodukte sind gesondert einzuordnen. Auch der Verzicht aufs Rauchen schont die Haut. Eine Volumenfalte füllt eine Creme aber nicht, und einen Muskel entspannt sie nicht.

    Kombinieren mit Maß – und wo die Grenzen liegen

    Viele Gesichter zeigen mehrere Faltentypen. Dann kann eine Kombination sinnvoll sein, etwa Muskelentspannung an der Zornesfalte und Hautqualität an den Wangen. Injektionen gelten als Teil eines Gesamtplans und müssen wiederholt werden, damit die Wirkung anhält (Alam und Tung 2018). Sinnvoll ist ein Vorgehen in Schritten statt alles auf einmal.

    Ist die Haut stark erschlafft, stoßen Injektionen an Grenzen. Dann wird über Fadenlifting, Poly-L-Milchsäure, Calciumhydroxylapatit, Ultraschall, Radiofrequenz-Microneedling oder eine Operation gesprochen. Diese Verfahren bietet Hautschimmer nicht an. Sachlich eingeordnet sind sie in den Artikeln Sculptra, Radiesse und Polynukleotide im Vergleich, Fadenlifting, HIFU und Ultherapy und Radiofrequenz-Microneedling. Den größeren Zusammenhang erklärt Hautalterung verstehen.

    Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

    Botulinumtoxin: Häufig sind Kopfschmerzen und Reaktionen an der Einstichstelle. Möglich ist ein hängendes Oberlid, und die Wirkung kann benachbarte Muskeln schwächen. Nicht angewendet wird es bei Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, einer Infektion an der Einstichstelle oder Überempfindlichkeit. In Schwangerschaft und Stillzeit wird es nicht empfohlen (Fachinformationen; Camargo et al. 2021). Ausführlich: Botulinumtoxin: Nebenwirkungen und Langzeitfolgen.

    Hyaluron-Filler: Häufig sind Schwellungen, Druckschmerz, Blutergüsse und tastbare Knötchen (Stefura et al. 2021). Selten, aber ernst ist der Verschluss eines Blutgefäßes. Sehr selten wurde über Sehstörungen bis zur Erblindung berichtet, vor allem nach Behandlungen an Zornesfalte, Nase, Nasolabialfalte und Stirn (Beleznay et al. 2015). Bei plötzlichen Sehstörungen, Augenschmerzen mit Sehverschlechterung oder neurologischen Symptomen wie Sprachstörungen und Lähmungen: sofort 112 anrufen. Starke oder ungewöhnliche Schmerzen sowie weiße, graue oder netzartig bläuliche Haut nach einer Unterspritzung müssen ebenfalls unverzüglich ärztlich beurteilt werden. Kontaktieren Sie sofort die behandelnde Praxis; wenn sie nicht erreichbar ist, suchen Sie direkt eine Notfallversorgung auf und warten Sie nicht auf einen späteren Rückruf. Die genaue Gegenanzeigenliste hängt vom eingesetzten Filler ab. Schwangerschaft, Stillzeit, Minderjährigkeit und aktive Autoimmunerkrankungen sind wichtige Angaben für das Vorgespräch; maßgeblich ist die jeweilige Gebrauchsanweisung. Ausführlich: Hyaluron-Filler: Nebenwirkungen und Risiken.

    Skinbooster und Polynukleotide: Üblich sind kleine Quaddeln, Rötung, Schwellung und gelegentlich blaue Flecken (Rho et al. 2024). Bei Allergien gegen Fisch oder andere Bestandteile muss die konkrete Gebrauchsanweisung geprüft werden. Fisch- und Schalentierallergien sind nicht gleichzusetzen; entscheidend sind Herkunft und Bestandteile des Produkts.

    Microneedling: Häufig sind Rötung, Schwellung und Schuppung für einige Tage. Selten sind Pigmentflecken, Narben oder Knötchenreaktionen. Vorsicht gilt bei aktiven Infektionen und Metallallergie (Chu et al. 2021).

    Blutverdünnende Medikamente erhöhen das Risiko für Blutergüsse. Setzen Sie sie nie eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie sie im Vorgespräch an.

    Häufige Fragen

    Kann man Falten entfernen?

    Ganz entfernen lassen sich Falten nicht. Behandlungen können sie abmildern. Wie deutlich, hängt vor allem vom Faltentyp und von der Haut ab.

    Was ist der Unterschied bei der Faltenunterspritzung mit Hyaluron und mit Botulinumtoxin?

    Hyaluronsäure ersetzt Volumen und ist ein Medizinprodukt. Botulinumtoxin entspannt einen Muskel und ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Den Unterschied erklärt der Artikel Botulinumtoxin oder Hyaluron.

    Gibt es eine Faltenbehandlung ohne Botulinumtoxin?

    Ja, für viele Falten. Volumenfalten werden mit Hyaluron behandelt, Knitterfältchen mit Skinboostern, Polynukleotiden oder Microneedling. Bei vor allem mimisch bedingten Falten zielen hautbezogene Verfahren auf andere Ursachen als eine Muskelentspannung. Eine gleichwertige Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten; auch der Verzicht auf eine Behandlung ist möglich.

    Wie lange hält eine Faltenbehandlung?

    Botulinumtoxin wirkt laut Fachinformationen je nach Präparat bis zu vier, teils bis zu sechs Monate. Hyaluron-Filler halten je nach Präparat, Menge und Stelle meist mehrere Monate; für einen Filler an der Nasolabialfalte nennt der Hersteller bis zu zwölf Monate. Für Skinbooster, Polynukleotide und Microneedling ist eine Serie üblich; wie lange der Effekt anhält, ist weniger gut untersucht.

    Sieht man, dass etwas gemacht wurde?

    In den ersten Tagen sind Schwellungen oder kleine Blutergüsse möglich. Danach sollte das Ergebnis unauffällig sein. Das gelingt am ehesten mit zurückhaltender Dosierung.

    Welche Faltenbehandlung passt zu mir?

    Das klärt eine ärztliche Untersuchung: Ist die Falte nur bei Bewegung oder auch in Ruhe sichtbar? Wie viel Volumen fehlt? Wie ist die Haut beschaffen? Manchmal lautet die ehrliche Antwort, dass keine Injektion nötig ist.

    Wie werden die Kosten vorab geklärt?

    Bei privat abgerechneten ärztlichen Leistungen richtet sich das Honorar nach der GOÄ. Methode, Produkt und Aufwand unterscheiden sich. Vor einer Entscheidung sollten der erwartbare Nutzen, die Risiken und der voraussichtliche Kostenrahmen erläutert sein.

    Informationen zur individuellen Entscheidung

    Dieser Artikel erläutert Studien und Grenzen. Ob eine Behandlung im Einzelfall infrage kommt, hängt von Befund, Vorerkrankungen, Medikamenten und den Angaben zum konkreten Präparat ab. Eine Entscheidung setzt eine persönliche ärztliche Untersuchung und Aufklärung voraus.